Ethikkommission

Einrichtung und Zusammensetzung § 1

(1) An der Sigmund Freud Privatuniversität ist eine Ethikkommission eingerichtet, die für ethische Belange von Forschungsvorhaben als Prüforgan zuständig ist.

(2) Die Ethikkommission besteht aus drei Mitgliedern des wissenschaftlichen Personals der Universität. Die Mitglieder der Ethikkommission werden vom Senat aus dem wissenschaftlichen Stammpersonal gewählt und wählen aus ihrem Kreis eine Vorsitzende bzw. einen Vorsitzenden. Für die Bestellung dieser Mitglieder können die jeweiligen Leiterinnen und Leiter der wissenschaftlichen Organisationseinheiten dem Senat geeignete Personen vorschlagen. Die Bestellung erfolgt im Einvernehmen zwischen Rektorat und Senat. Auf die gleiche Weise wird für jedes Mitglied ein Ersatzmitglied bestellt bzw. entsendet.

(3) Die Funktionsperiode beträgt fünf Jahre. Eine Wiederwahl von Mitgliedern der Ethikkommission ist zulässig. Scheidet ein Mitglied der Ethikkommission aus dieser aus, so ist für dieses Mitglied für den Rest der Funktionsperiode ein neues Mitglied zu bestellen bzw. zu entsenden.

(4) Die Mitglieder der Ethikkommission sind in dieser Eigenschaft weisungsfrei und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Entscheidungen der Ethikkommission darüber, ob ein Forschungsvorhaben den ethischen Grundsätzen der Forschungsethik gerecht wird, bedürfen der Einstimmigkeit. Jedes Mitglied der Ethikkommission hat das Recht, im Bedarfsfall ein Mitglied des wissenschaftlichen Personals der SFU oder auch einer anderen Universität mit besonderer Expertise im Forschungsgegenstand eines zu beurteilenden Antrags konsiliariter beizuziehen und dessen bzw. deren Fachmeinung in den Entscheidungsprozess der Ethikkommission einzubringen.

(5) Jedes Mitglied der Ethikkommission hat sich bei Befangenheit, insbesondere bei Involvierung in ein zu begutachtendes Projekt, der Ausübung seines Amtes zu enthalten. Es wird durch sein Ersatzmitglied vertreten.

 

Aufgaben der Ethikkommission § 2

(1) Die Ethikkommission erstellt Gutachten über folgende Forschungsvorhaben:

  1. Forschungsvorhaben am oder mit Menschen: Das sind Untersuchungen, die die physische oder psychische Integrität, das Recht auf Privatsphäre, sonstige subjektive Rechte oder überwiegende Interessen von Versuchspersonen beeinträchtigen können.
  1. Die Ethikkommission hat auch bei Forschungsvorhaben, bei denen Tiere in einer Weise eingesetzt werden, die über die reine Beobachtung hinausgeht, zu prüfen, ob die Sicherheit und das Wohlergehen sowie die Befolgung der Gebote des Tierschutzrechts angemessen gesichert sind.

(2) Bei Forschungsvorhaben, die im Rahmen von Diplom-, Masterarbeiten oder Dissertationen durchgeführt werden sollen, müssen die jeweiligen Betreuerinnen bzw. Betreuer oder das studienrechtlich zuständige Organ die Einholung eines Gutachtens der Ethikkommission beantragen, sofern Abs. 1 oder Abs. 2 zutreffen.

(3) Die Ethikkommission ist nicht für die Einhaltung der Ethikregeln in der Praxisarbeit der Studierenden zuständig, sofern diese nicht Forschungsinhalt eines Forschungsprojektes ist.

 

Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis § 3

(1) Die Ethikkommission ist für die Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis zuständig. Die Sigmund Freud Privatuniversität orientiert sich in der Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der Richtlinie der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI – www.oeawi.at ) in der aktuellen Fassung vom April 2015: http://www.oeawi.at/downloads/Richtlinien_OeAWI_final_April%202015.pdf

Die Österreichische Privatuniversitäten Konferenz (ÖPUK) ist außerordentliches Mitglied der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität.

(2) Als Ombudsperson für gute wissenschaftliche Praxis steht MMag. Dr. Stefan Hampl, Vizerektor Lehre, zur Verfügung: E-Mail. Ombudspersonen können vertraulich kontaktiert werden, sie sind von jeder Meldepflicht bei Wahrnehmungen eines Verstoßes gegen die gute wissenschaftliche Praxis entbunden.

 

Begutachtung § 4

(1) Die Einleitung der Begutachtung eines Antrags bei der Ethikkommission ist ausschließlich über das Online-Submission-System möglich.

(2) Die Ethikkommission kann nur auf schriftlichen, begründeten Antrag von Universitätsangehörigen (im entsprechenden Eingabefeld im Online-Submission-System einzugeben) tätig werden, die ein Forschungsvorhaben im Sinn des § 2, Abs 1 im Rahmen ihrer dienstlichen Aufgaben verantwortlich durchführen. In der Begründung des Antrags ist der konkrete Bedarf für eine Beurteilung durch die Ethikkommission darzulegen (z.B. Verlangen eines Fördergebers oder eines Publikationsorgans; Darstellung des ethischen Dilemmas, das von der Ethikkommission zu begutachten ist). Bei Forschungsvorhaben, die durch universitäre Mittel finanziert oder gefördert werden sollen, können das Rektorat bzw. die Leiterinnen oder Leiter der jeweiligen wissenschaftlichen Organisationseinheiten die Einholung eines Gutachtens der Ethikkommission verlangen. Dies begründet einen Bedarf gem. § 2, Abs 1.

(3) Dem Antrag sind ein Forschungsplan sowie eine Dokumentation des
Forschungsvorhabens beizulegen. Diese muss Aussagen über die berufliche Qualifikation der am Forschungsvorhaben beteiligten Wissenschafterinnen und Wissenschafter, das Ziel der Studie, die angewendeten Methoden sowie die Finanzierung des Projektes enthalten. Auf alle Umstände, die für die ethische Vertretbarkeit im Sinn des § 2 Abs 2 relevant sind, ist besonders hinzuweisen. Bei Versuchen am oder mit Menschen sind die möglichen Risiken für die Versuchspersonen darzustellen. Mögliche Interessenkollisionen von beteiligten Wissenschafterinnen und Wissenschaftern sind offen zu legen. Außerdem hat der Antrag jedenfalls Regeln für das Aussetzen oder vorzeitige Beenden des Forschungsvorhabens, für die etwaige Aufwandsentschädigung von Versuchspersonen und für die Gewährleistung des Schutzes personenbezogener Daten zu enthalten. Die Ethikkommission kann weitere Auskünfte zur Konkretisierung des Forschungsvorhabens verlangen.

(4) Bei positiver Erledigung des Antrages wird die Antragstellerin bzw. der Antragsteller von einem Mitglied der Ethikkommission per Mail davon verständigt. Der Antrag verbleibt als Sicherung im System und der Ethikkommission zugänglich.

(5) In ihrem Gutachten hat die Ethikkommission zu beurteilen, ob bei Durchführung des Forschungsvorhabens der Schutz der Rechte, die Sicherheit und das Wohlergehen der Versuchspersonen (Abs 1 Z 1) bzw. die Befolgung der Gebote des Tierschutzrechts (Abs 1 Z 2) angemessen gesichert sind.

 

Vorgaben zum Datenschutz § 5

(1) Bei der Verwendung und Verarbeitung personenbezogener Daten für wissenschaftliche Arbeiten (empirische Abschlussarbeiten, Forschungsprojekte) sind die Vorgaben des österreichischen Datenschutzgesetzes sowie die von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte im Handbuch zum europäischen Datenschutzrecht (2014) dargelegten Vorschriften zu beachten.

(2)  Es ist dafür zu sorgen, dass

– die Daten vor zufälliger oder unrechtmäßiger Zerstörung und vor Verlust geschützt sind.

– die Verwendung der Daten ordnungsgemäß erfolgt.

– die Daten Unbefugten nicht zugänglich sind.

– die Daten anonymisieren werden. Der der direkte Personsbezug ist unverzüglich zu verschlüsseln.

– der Personsbezug der Daten gänzlich beseitigt ist, sobald er für die wissenschaftliche oder statistische Arbeit nicht mehr notwendig ist.

– die Daten einem Bearbeiter der Daten (der z.B. eine statistische Auswertung durchführt oder Tonaufnahmen transkribiert) nur anonymisiert zugänglich gemacht werden.

– die beabsichtigte Übermittlung personenbezogener Daten (z.B. für eine wissenschaftliche Zusammenarbeit oder zu externen Bearbeitern) der Ethikkommission mit Begründung mitgeteilt wird.

– die Daten nach Abschluss der wissenschaftlichen Arbeit entweder gelöscht werden oder ausschließlich in anonymisierter Form aufbewahrt werden. Es ist zu beachten, dass Interviewer einer besonderen beruflichen Schweigepflicht unterliegen!

Bei Abschlussarbeiten obliegt die Überprüfung der Datenqualität und Datenrealität der Betreuungsperson. Die Gewährleistung des Datenschutzes liegt in der Verantwortung des bzw. der Studierenden UND der Betreuungsperson!

Auszüge aus den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz

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Mitglieder der Ethikkommission

Univ.-Prof.in Dr.in Brigitte Sindelar (Vorsitz) E-Mail
Univ.-Prof. Dr. Giselher Guttmann E-Mail
Univ.-Doz.in Dr.in Jutta Fiegl E-Mail