Lükkekinder

Die soziale Welt der “Lückekinder”- Analyse einer vergessenen Gruppe

Projektleitung (in Wien)
Dr. Kathrin Mörtl

Projektteam (in Wien)
MA Katharina Steinicke (Wien)
Mag. Markus Wrbouschek

Kooperationspartner
Univ.-Prof. Dr. Ute Ziegenhain
Univ.-Prof. Dr. Jörg Fegert
Dipl.-Psych. Julia Weber
Dipl.-Psych. Franziska Köhler
Manuela Gulde
(alle von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm)

Projektbeschreibung
Der Begriff „Lückekinder“ beschreibt Kinder im Alter zwischen 10 und 14 Jahren, im Übergang zwischen Kindheit und Jugend. Ursprünglich wurde der Begriff Anfang der 80er Jahre in der offenen Jugendarbeit im Zusammenhang mit fehlenden Freizeitangeboten für Kinder geprägt, die eben „noch nicht ganz Jugendliche und (…) nicht mehr ganz Kinder“ sind (Friedrich, 1984, S.12). Bisher wurde die Lebenssituation von Lückekindern erstaunlich wenig systematisch diskutiert. Forschungsbemühungen sind rar, so dass sich gerade auf nationaler Ebene kaum empirisch abgesicherte Aussagen zu den entwicklungspsychologischen und soziokulturellen Spezifika dieser Altersgruppe treffen lassen. Es sind aber diese jungen Kinder, die in der Phase des Übergangs zum Jugendalter und bei der Entwicklung einer positiven Identität verstärkte und gesellschaftliche Unterstützung benötigen.

Untersucht werden soll die soziale Lebenswirklichkeit von Lückekindern in ihren unterschiedlichen Lebensfeldern (Familie, Freundschaftsbeziehungen im schulischen, im Freizeitkontext oder im Internet) und aus unterschiedlichen Perspektiven (Kinder, Eltern, Entscheidungsträger und professionelle Praktiker in der Jugendhilfe und im Bildungsbereich). Zur Umsetzung des Vorhabens ist ein zweiphasiges Vorgehen geplant. In der ersten Phase erfolgt eine exploratorische, hypothesengenerierende qualitative Untersuchung auf der Basis von Einzelinterviews mit Kindern (Einzelinterviews). In der zweiten Phase kommt es zu einer vertiefenden Diskussion der (in der ersten Phase herausgearbeiteten) Ressourcen und Probleme in Fokusgruppen aus Kindern, Eltern und Vertretern der Kommunalpolitik.

Probleme ebenso wie Zurechtkommen mit entwicklungstypischen Herausforderungen werden herausgearbeitet und erste Vorschläge für eine verbesserte soziale, bildungsbezogene und freizeitpädagogische Unterstützung und Förderung von Lückekindern entwickelt. Im Anschluss an diese explorative Studie soll durch eine breiter angelegte epidemiologische quantitative Studie eine Absicherung der Studienergebnisse erfolgen.

Die an der SFU ausgeführte Analyse der qualitativen Daten wird in Kooperation mit der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie und Psychotherapie in Ulm durchgeführt.

Die Studie wird gefördert von der Ravensburger Verlag Stiftung in Deutschland.

Projektstatus
laufend

Projektbeginn
September 2014

Projektende
März 2016

Kontakt E-Mail
kathrin.moertl@sfu.ac.at

Externer Link
http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatriepsychotherapie/home/forschung/forschungsprojekte/soziale-welt-der-luecke-kinder.html