Forschungsevaluierung
Umsetzung der CoARA-Prinzipien an der Sigmund Freud PrivatUniversität
Engagement für pluralisierte und kontextualisierte Forschungsbewertung
Die Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) bekennt sich ausdrücklich zur Förderung einer verantwortungsvollen, transparenten und pluralisierten Forschungsbewertung im Einklang mit den Prinzipien der Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA).
CoARA ist eine europaweite Initiative, die eine Reform der Bewertung von Forschung und Forschenden anstrebt und sich von traditionellen Metriken wie Journal Impact Factors oder reinen Publikationszahlen entfernt. Stattdessen plädiert CoARA für einen qualitativen und wertebasierten Ansatz, der die gesamte Bandbreite wissenschaftlicher Beiträge zur Wissenschaft und zur Gesellschaft anerkennt.
Die SFU hat das Agreement on Reforming Research Assessment unterzeichnet und ist damit Teil der CoARA-Gemeinschaft – eines Netzwerks von Institutionen, die sich dafür einsetzen, dass Forschungsbewertung Qualität, Integrität, Offenheit, Zusammenarbeit sowie gesellschaftliche Wirkung anerkennt und fördert.
Rolle der SFU und laufende Umsetzung
Die SFU gehört zu einer ausgewählten Gruppe von Forschungseinrichtungen, die im Rahmen des Horizon-Europe-Projekts CoARA Boost eine Kaskadenfinanzierung erhalten. Das Projekt wird von der Europäischen Wissenschaftsstiftung über das CoARA-Sekretariat koordiniert. Das institutionelle Pilotprojekt „CoARAverse in Psychology“ untersucht stärker kontextualisierte und pluralisierte Formen der Dokumentation und Bewertung von Forschungsaktivitäten unter Berücksichtigung unterschiedlicher Forschungskulturen. Die neuen Ansätze, die in enger Zusammenarbeit mit der CoARA-Arbeitsgruppe der Fakultät für Psychologie entwickelt werden, sollen nach Abschluss des Pilotprojekts auf Universitätsebene ausgeweitet werden.
Um die CoARA-Prinzipien nachhaltig in der institutionellen Kultur und der Forschungsgovernance der SFU zu verankern, sind Vertreter:innen aller Fakultäten sowie das Qualitätsmanagement in diese Prozesse eingebunden.
Seit September 2025 implementiert die SFU CoARA-inspirierte Indikatoren in ihrem Forschungsinformationsmanagementsystem Pure. Dies stellt einen wesentlichen Schritt zur systematischen Erfassung sowohl quantitativer als auch qualitativer Dimensionen der Forschungsleistung an der gesamten Universität dar.
Was wir anerkennen – ein erweitertes Verständnis von Forschung
Der Implementierungsprozess an der SFU folgt dem CoARA-Aufruf zu einem verantwortungsvolleren und inklusiveren Verständnis wissenschaftlicher Beiträge und Forschungskarrieren.
Die derzeit in der Forschungsdokumentation der SFU erfassten Indikatoren gehen weit über traditionelle, outputorientierte Metriken hinaus und umfassen unter anderem folgende Bereiche:
- Kooperations- und Vernetzungsaktivitäten: Iinternationale Zusammenarbeit, interdisziplinäre Partnerschaften, Organisation von Konferenzen
- Förderung von Nachwuchswissenschaftler:innen: Betreuung, Mentoring, Einbindung von Studierenden in die Forschung
- Forschungsintegrität und Offenheit: Open-Access-Publikationen, Datenfreigabe, Präregistrierung von Studien
- Forschungsgeleitete Lehre: Integration von Forschung in Curricula und betreuungsbasierte Lernformate
- Gesellschaftliches und politisches Engagement: Beiträge zur Politikberatung, Beratungstätigkeiten und öffentlicher Diskurs
- Wissenschaftlicher und institutioneller Service: Peer Review, Herausgebertätigkeiten, Mitarbeit in Gremien und Beiräten
- Inter- und transdisziplinäre Forschung: Arbeiten, die fachliche Grenzen überschreiten und Innovation fördern
Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Das Indikatorenset wird kontinuierlich auf Basis von Rückmeldungen der Fakultäten, sich wandelnder Forschungspraxen und internationaler Standards weiterentwickelt und verfeinert. Die Bewertung dieser Indikatoren erfolgt kontextualisiert, um den vielfältigen Forschungskulturen an der SFU Rechnung zu tragen. Im Einklang mit dem Agreement on Reforming Research Assessment erkennt die SFU an, dass nicht alle einzelnen Forschenden oder Forschungseinheiten in allen Kategorien gleichermaßen exzellent sein müssen.
Datenerfassung und Berichterstattung
Alle CoARA-konformen Indikatoren werden über Pure, das institutionelle Forschungsinformationsmanagementsystem der SFU, dokumentiert. Forschende sind eingeladen, das gesamte Spektrum ihrer Aktivitäten zu erfassen , von der Betreuung von Abschlussarbeiten und dem Mentoring von Kolleg:innen bis hin zu öffentlichem Engagement oder interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Dieser Ansatz stellt sicher, dass die Forschungsaktivitäten der SFU in ihrer gesamten Vielfalt sichtbar werden und alle Beiträge angemessen anerkannt sind.
Der erste institutionelle Forschungsbericht unter Einbeziehung CoARA-inspirierter Indikatoren wird im Januar 2026 veröffentlicht und stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer verantwortungsvolleren und transparenteren Forschungsbewertung in Österreich dar.
Durch die Umsetzung der CoARA-Prinzipien trägt die SFU dazu bei, die Bewertung von Forschungsexzellenz, -qualität, -wert und -wirkung neu zu definieren – insbesondere in qualitativer Hinsicht.
Unser Ziel ist es, Forschung nicht nur danach zu beurteilen, was publiziert wird, sondern auch danach, wie sie zu den jeweiligen wissenschaftlichen Gemeinschaften beiträgt. Auf diese Weise leistet die SFU einen Beitrag zur Gestaltung einer internationalen Forschungskultur, die auf Fairness, Offenheit und gesellschaftlicher Verantwortung basiert.
Finanziert durch die Europäische Union. Die inhaltlich geäußerten Ansichten und Meinungen liegen ausschließlich in der Verantwortung der Autor*innen und entsprechen nicht notwendigerweise denen der Europäischen Union oder der Europäischen Kommission. Weder die Europäische Union noch die fördernde Stelle können dafür haftbar gemacht werden. Dieses Projekt wird im Rahmen von CoARA Boost auf Grundlage der Fördervereinbarung Nr. 101131826 unterstützt.