Position der SFU zur Kostenpflicht von Open Access Publikationen

Die Möglichkeit zur Open Access-Online-Publikation in wissenschaftlichen Fachzeitschriften stellt eine neue Herausforderung für die Forschungs- und Wissenschaftspolitik dar. Derzeit ist die Open-Access- Publikation oft kostenpflichtig, insbesondere in Journals mit hohem Impact-Factor, – mit nicht unerheblichen Kosten an Publikationsgebühren. Sehr viele Journals bieten zur Auswahl, ob ein angenommener Artikel kostenfrei oder als Open Access-Publikation kostenpflichtig publiziert wird.

Der Vorteil einer Open Access-Publikation liegt auf der Hand: Im Internet frei zugängliche Artikel werden häufiger wahrgenommen und verbreitet und daher auch häufiger zitiert und nachhaltig rezipiert, was sich wiederum auf den Impact und damit auf das wissenschaftliche Renommee von Autorinnen und Autoren bzw. ihrer Institution niederschlägt – auch dieser Frage widmeten sich bereits Studien und Metastudien dieser Studien, in denen eine um bis zu 600 Prozent gesteigerte Zitationshäufigkeit bei Open Access-Publikationen gegenüber Closed-Access-Publikationen gefunden wird (Swan, Alma (2010). The Open Access citation advantage: Studies and results to date. Open access verfügbar: http://eprints.soton.ac.uk/268516/; Swan, A. & Houghton, J.W. (2012). Going for Gold? The costs and benefits of Gold Open Access for UK research institutions: further economic modelling. Joint Information Systems Committee (JISC).
Verfügbar unter: http://repository.jisc.ac.uk/610/2/Modelling_Gold_Open_Access_for_institutions_-_final_draft3.pdf.

Die Kosten für die Open Access-Online-Publikationen haben naturgemäß einen beachtlichen restriktiven Impact auf die Freiheit der Wissenschaft, da die Rezeption von Forschungsergebnissen an budgetäre Möglichkeiten der Forschenden bzw. ihrer Institution gebunden wird. Sie weisen den Weg in Richtung einer Exclusivität, definiert aus den finanziellen Ressourcen, die seitens der Forschungseinrichtungen für Open Access Publikationen bereit gestellt werden können.
In der Folge mehren sich die Initiativen, den Einschränkungen, die durch die Publikationsgebühren gegeben sind, entgegenzuwirken im Interesse der Zugänglichkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse für die weltweite Scientific Community und im Sinne einer Gegenstrategie zu einem finanzierungsabhängigen Impact-Factor-Erwerb. So gibt es zum Beispiel eine gemeinsame Stellungnahme von EU-Kommissar Moedas und der niederländischen Regierung sowie eine Unterschrifteninitiative „Moving Forwards on Open Access” der League of European Research Universities (LERU).

OANA (Open Access Network Austria) ist eine Initiative in Österreich, initiiert durch die uniko und den FWF – siehe www.oana.at. Das Rektorat der SFU hat im Wintersemester 2015/16 beschlossen, der OANA beizutreten (Die Mitgliedschaft ist kostenlos). Dr. Michael Reichmayr hat als Leiter der SFU-Bibliothek die Aufgabe der Ansprechperson für die OANA übernommen: http://www.oana.at/mitglieder-ansprechpersonen/privatuniversitaeten/.
Eine Arbeitsgruppe des OANA hat Empfehlungen ausgearbeitet, wie die gesamte wissenschaftliche Publikationstätigkeit in Österreich bis 2025 auf Open Access umgestellt werden kann: http://dx.doi.org/10.5281/zenodo.33178